Während wahrscheinlich in diesem Augenblick die Moderatorin Susanne Schöne auf der Bühne steht und das Wrap-up des Events moderiert, sitze ich in der S-Bahn auf dem Weg zum Frankfurter Hauptbahnhof und sinniere über mein ganz eigenes Résumé des Tages.
Zusammenfassend sind es wohl drei wesentliche Punkte, die ich persönlich von der Veranstaltung mitgenommen habe und auf die ich hier näher eingehen möchte:
Souveränität wird verstanden und gelebt
Wissen und Daten sind ein Standortvorteil
Selbstwirkung durch Handeln; nicht Hoffen
Im Vorfeld hatte ich keine Erwartungen an den Summit selbst, daher wollte ich mich nur inspirieren und ihn auf mich wirken lassen. Und so kann ich natürlich auch nicht von enttäuschten oder übertroffenen Erwartungen sprechen.
Einzig hat mich im Vorfeld tatsächlich interessiert, wie die Veranstaltung wohl bei vergleichbaren Events anderer Anbieter abschneiden würde, denn andere Anbieter spielen hier meist in einer ganz eigenen Liga.
In dieser Hinsicht war ich sehr positiv überrascht über die sehr gelungene Organisation samt Musikeinlagen, wie die des Polizeiorchesters Baden-Württemberg, die der Veranstaltung einen ganz eigenen Stempel aufdrückte bei gleichzeitiger Professionalität des Events insgesamt.
Allerdings trugen die Musikeinlagen im Areal zusammen mit den sehr lauten Ansagen zu einer enormen Geräuschkulisse bei, was wohl neben dem äußerst schlechten WLAN zu den wesentlichen Kritikpunkten zählt, die ich habe.
Das WLAN war wirklich miserabel, sodass ich die Arbeit, die ich mitnehmen musste, über meinen eigenen Hotspot erledigen musste. Vielleicht ging es auch nur mir so und sicherlich eine Kleinigkeit, aber für eine Cloud-Company natürlich auch etwas peinlich.
Damit aber letztlich zu den großen Dingen, die besprochen wurden, und den tiefen Eindrücken, die diese auf mich gemacht haben.
Durchweg, ob bei der sehr inspirierenden Session mit Dave deBronkart über Patientendaten und Nutzung von KI im Gesundheitswesen, der Paneldiskussion mit der Präsidentin des BSI Claudia Plattner und dem Präsidenten für Technik & Services der Polizei Baden-Württemberg Thomas Berger oder der Session von Brainblock, für mich haben sich drei wesentliche Themen wie ein roter Faden durch die vielen Diskussionen, Gespräche und Präsentationen gezogen.
1. Souveränität wird verstanden
Oft scheint Souveränität wie ein bedeutungsloser Marketing- oder Kampfbegriff zu sein, weshalb ich mich auf dem Weg zum Gipfeltreffen selbst auch fragte, was Souveränität bedeutet und ob es nur ein anderes Wort für Protektionismus ist.
Souveränität wurde dann natürlich auch oft erörtert. Dies wahrscheinlich zum Leidwesen von Claudia Plattner, der Präsidentin des BSI, die Souveränität gerne verstanden und nicht mehr darüber diskutieren möchte.
Durchweg zeichnet sich das Verständnis ab, dass Souveränität eben nicht bedeutet, sich zu isolieren, und die Notwendigkeit, alles selbst zu bauen. Vielmehr bedeutet es, den Entscheidungs- und den Handlungsspielraum zu kontrollieren und selbstbestimmt wahrnehmen zu können.
Beispielhaft dafür ist natürlich auch der jüngste Merger von Alpep Alphas und Cohere, als Kooperation zwischen einem kanadischen und einem europäischen Unternehmen. Auch die zahlreichen Partner wie Google, ServiceNow, Crowdstrike und viele mehr, die an dem Summit teilnahmen und Teil der Stackit-Cloud sind, sind ein Beleg für diesen Ansatz.
Allerdings müsste man dann natürlich auch etwas kritischer die Rolle von SAP hinterfragen, einem der größten Sponsoren des Events. Weil letztlich auch deren Lizenz- und Produktpolitik rund um S4HANA den Entscheidungsspielraum von Unternehmen eher dominierte. Nur weil SAP deutsch ist, ist es nicht unbedingt ein Garant für Souveränität nach dieser Definition. Umso mehr, da es erhebliche wirtschaftliche Interessen im Ausland hat.
Sorry SAP, but somebody had to say it!
Letztlich bewerte ich die jüngste Entwicklung bei SAP sehr positiv, wobei für mich die Kooperation mit Databricks und der Kauf von Dremio positiv aufgefallen sind. Hätte mir zwar DuckDB lieber gewünscht, aber hey … weiter so!
2. Daten und Wissen als Standortvorteil
Dass Daten wichtig sind für den Erfolg von Unternehmen, um effizienter zu produzieren oder zu verkaufen, ist für die meisten sicherlich nicht neu. Dieses aber eben als Standortvorteil zu verstehen und entsprechend zu handeln, eben schon.
Aus Unternehmen fließen zahlreiche Informationen ab, die die Innovationskraft von Anbietern und nicht der Unternehmen selbst stärken. Auch wenn dieser Mechanismus des Informationsparadoxons immer noch zu wenig verstanden wird, so war es bemerkenswert, wie sich durchweg durch alle Sessions die Erkenntnis herauskristallisiert hat, dass Daten und daraus gewonnene Informationen einen entscheidenden Hebel bei der Wettbewerbsfähigkeit spielen. Diese dürfen nicht verloren gehen und müssen entsprechend gewonnen werden. Dabei spielt natürlich auch der Einsatz von KI eine Rolle und hier eben auch der gesicherte Einsatz.
3. Handeln (es sind die Menschen)
Als letzte Beobachtung bei den von mir besuchten Sessions kristallisierte sich die für mich besonders hervorzuhebende Festsetzung heraus, sich auf die Selbstwirkung und das Handeln zu verlagern. Meckern und die Schuld bei Politik oder anderen Umständen zu suchen, machen viel zu viele und nebenbei gehört es auch nicht zu den Tugenden unserer Gesellschaft.
In vielen Gesprächen und Präsentationen hallte der Appell mit, zu handeln und die Umstände selbst zu gestalten, anstatt sich darauf zu verlassen, dass andere diese für einen ändern. Stackit und Schwarz Digit stehen hier beispielhaft für diese Einstellung. So weiß ich genau, dass sie z. B. von meinen ehemaligen Kollegen bei Databricks und auch anderen belächelt werden und man glaubt, dass sie es nicht schaffen werden. Doch nur wer handelt, kann etwas bewirken. So einfach ist das.
Insgesamt war es ein sehr inspirierendes und gelungenes Event und wir freuen uns schon sehr auf viele weitere solcher Events. Auch sind wir sehr aufgeregt über die gemeinsame zukünftige Entwicklung und den Beitrag, den wir hier von Datenhandwerk dabei leisten können.



